Nachhaltigkeit und Kreativität – eine zauberhafte Liaison

Wir von der CityGlow möchten euch auf diesen Seiten regelmäßig inspirierende Persönlichkeiten vorstellen. Menschen, die außergewöhnlich viel Leidenschaft in die Welt tragen, um ihr Weltbild zu (ver)teilen und uns immer wieder aufzeigen was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen.

Starten möchten wir diese Reihe mit Ferdinand, gebürtiger Hamburger, der sich gemeinsam mit der inklusiven Textilwerkstatt Hemelingen für einen ressourcenschonenden Umgang im Sinne des Klimaschutzes einsetzt.

Gerade jetzt, nach den Erlebnissen der pandemiebedingten Schließungen der beliebten Massenkonsumtempel, scheint die Frage nach der Art und Weise unseres alltäglichen oftmals inflationären Konsums in das Blickfeld unserer Aufmerksamkeit zu rücken. Längst überfällig, möchte so manch einer behaupten und hätte damit durchaus recht. Unsere sogenannte Wegwerfgesellschaft wird von unreflektiertem Kauf und Verbrauch angetrieben. Dabei steht schon seit Jahren fest: Unsere Ressourcen werden sich, gerade im Hinblick auf die Wasserkapazitäten, in naher Zukunft gehörig verknappen. Besonders in der Kleidungsindustrie schlägt sich dies bereits in den Endpreisen nieder. Denn ein besonders betroffener Rohstoff ist die Baumwolle. Dabei ergeben sich gleich mehrere Dilemmata.

Nach Angaben des Deutschen Naturschutzbundes werden zur Herstellung von einem Kilogramm Stoff aus Baumwolle ca. 11.000 Liter Wasser benötigt. Hinzu kommt, dass diese Naturfaser meist unter unmenschlichen und mehr als prekären Arbeitsbedingungen gewonnen und verarbeitet wird. Die aufkommende Initiative der „Bio-Baumwolle“ ist dabei zwar bereits ein Schritt in die richtige Richtung – vor allem auch wegen dem Verzicht auf Gentechnik – bleibt jedoch mit einem Prozentsatz unter 0,5 % der Gesamtproduktion eher eine Seltenheit.

Und während akribisch nach alternativen Stoffen gesucht wird, schlägt Ferdinand einen ganz anderen Plan vor: Aus deinem letzten Hemd ein einmaliges Designerstück kreieren. Dabei entsteht nicht nur ein rasantes Einzelstück, es geht um viel mehr!
Die Hemden werden im Sozialkaufhaus Hemelingen in Bremen angefertigt. So kann entweder ein eigenes Hemd eingeschickt oder für ca. 3 – 5 € ein gebrauchtes Kleidungsstück erworben werden. In der Textilwerkstatt des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) wird aus der braven Oberbekleidung dann dank der fleißigen Arbeit, die ganz und gar auf Inklusion bedacht ist, ein schniekes, individuelles Hemd. Hierfür werden Streifen aus bunten Stoffen auf ideenreiche Art und Weise eingearbeitet, wenn gewollt, kann hier mitgestaltet oder Wünsche für das Arrangement beigefügt werden!

 

 

Name: Ferdinand

Geburtsdatum: 05.09.57

Geburtsort: Hamburg

Hamburg ist für mich… die Alster, der Michel, Helmut Schmidt und eine unglaublich wachsende Stadt

Lebensmotto: Die Lebensvielfalt täglich entdecken:

 

Interview

Lieber Jobst, was treibt dich an? – Was sind die drei wichtigsten Prinzipien nach denen du lebst?

Atmen – Aufstehen – präsent sein:

Was inspiriert dich an deiner Arbeit?

Räume für Vielfalt zu entwickeln:

Wie und wen inspirierst du mit deinem Alltag?

Präsenz ist Inspiration. Nicht jede/r entdeckt sie.

Neben der Familie und dem Beruf bzw. der Berufung machst du Musik und Sport, wir vermuten auch da: du wählst wohl eher Außergewöhnliches oder?

Ob gewöhnlich oder außergewöhnlich spielt bei der Wahl keine Rolle. Das bewerten andere. Ich fahre sehr gerne mit dem Rad, ich gehe sehr gerne Schwimmen, ich gehe gerne zu Konzerten. Ich wähle das, was mir Freude macht.

Erzähl uns doch bitte von dem wunderbaren Konzept der Designer Hemden!

Es war spontan: ich kaufte ein Hemd im Gebrauchtwarenkaufhaus für drei Euro. Es sah ok und gewöhnlich aus. Ich ging damit zur Textilwerkstatt und bat um das Aufnähen von zwei aneinander liegenden Stoffstreifen. Das gefiel allen sofort. Nachhaltigkeit und Kreativität gehen hier eine zauberhafte Liaison ein.

Warum ist inklusive Arbeit wichtig?

Weil Exklusion uns krank macht.

Wieso sollte jeder eins oder gleich ganz viele dieser Hemden besitzen?

Es macht Spaß, sich in seiner Individualität zu zeigen. Und stell dir vor, es begegnen sich zwei, die sich noch nicht kennen und erkennen sich am Hemd wieder. Das ist Inklusion.

Was sind deine nächsten Pläne?

Ich begebe mich weiter auf die Suche nach Wegen, um Baumwolle zu recyceln!

Wovon träumst du?

Ich träume Leben.

Was würde die Welt in deinen Augen besser machen?

Wir finden immer die Welt vor, wie sie ist. Mit allen Facetten ist sie

die aktuell Beste!

Ein schönes Schlusswort, vielen Dank!

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